1

Mobilfunk – Frequenzauktion beendet

Die Bundesnetzagentur hat neue Mobilfunkfrequenzen, die aus der digitalen Dividende resultieren, für insgesamt 4,4 Milliarden Euro an die vier deutschen Netzbetreiber versteigert. Die Blöcke im Frequenzbereich der digitalen Dividende sicherten sich Vodafone und Telefonica-o2 zu jeweils rund 1,2 Milliarden Euro und die Telekom für 1,15 Milliarden Euro. Telefonica-O2 möchte mit den ergatterten Frequenzen in Deutschland ein LTE Netz aufbauen. Weitere Frequenzen in den Bereichen 1,8, 2,0 und 2,6 Gigahertz gingen an alle Anbieter, sowie an E-Plus. Neu an dieser Frequenzaktion ist, daß diese ausschließlich für mobile Datenverbindungen ersteigert wurden. Zwar generieren die vier Anbieter den Hauptteil des Umsatzes mit Sprachtelefonie, denkbar ist jedoch, daß aufgrund des Potentials von LTE Netzen die Anbieter künftig Mobilfunk in einer Art Voice-Over-IP anbieten werden.

Vodafone: Jetzt “Weiße Flecken” erschließen

In der ersten Stellungnahme sprach Vodafone von einer gelungenen Auktion in der alle Ziele erreicht wurden. Der Düsseldorfer Konzern sicherte sich zwei Frequenzblöcke im Band der so genannten Digitalen Dividende. Mit den ebenfalls ersteigerten 20 Megahertz (MHz) im gepaarten 2,6 Gigahertz-Band (GHz) will Vodafone hohe Geschwindigkeiten bei der Zukunftstechnologie LTE ermöglichen. Weitere 25 MHz ungepaartes Spektrum im 2,6 GHz-Band bietet darüber hinaus zusätzliche Reserven für zukünftiges Wachstum.

Wie bereits vor der Auktion angekündigt, will Vodafone in den kommenden Monaten die Auktionsauflagen erfüllen und die nicht versorgten Regionen, die sogenannten “Weißen Flecken” mit schnellem Internet über Funk erschließen. “Wir stärken unsere Position als Internetanbieter und unsere Führungsposition bei Datenservices. Vodafone hat in die eigene Zukunft und in die Zukunft des Standortes Deutschland investiert”, sagte Friedrich Joussen, Deutschland-Chef von Vodafone.

o2: Regionales LTE-Netzwerk bis Jahresende

Telefónica o2 sieht sich ebenfalls in seiner Strategie bestätigt und kündigte umgehend an, das erste regionale LTE-Netzwerk bis zum Ende des Jahres zu starten. Als Grundlage dafür habe man zwei Blöcke im 800-Megahertz-Bereich ersteigert. Außerdem konnte sich o2 einen Block im 2,0-Gigahertz- und vier Blöcke im 2,6-Gigahertz-Bereich sichern.

“Wir konnten sämtliche unserer Auktionsziele erreichen”, sagte o2-Chef René Schuster am Nachmittag in München. Mit zwei Blöcken im 800-Megahertz-Bereich und genügend Bandbreite in den anderen Spektren sei man bestens gerüstet, um seine Kunden deutschlandweit mit neuesten Technologien und einem mobilen Hochgeschwindigkeits-Internet zu versorgen. Die Kosten für die erworbenen Frequenzen hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen.

T-Mobile: Breitbandanschlüsse fürs Land

Die Telekom bezeichnet den Ausgang der Versteigerung als Erfolg. Insgesamt hat sich die Telekom 95 MHz an Spektrum sichern können, mit denen der Mobilfunknetzausbau weiter vorangetrieben und den Kunden eine bessere Breitbandversorgung ermöglicht werden soll. 10 MHz hat sich die Telekom in der digitalen Dividende gesichert. Damit sollen zunächst ländliche Regionen erschlossen werden mit schnellem Internet.

“Wir sind mit dem Ausgang der Frequenzauktion in Deutschland zufrieden”, so Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied Deutschland der Telekom. “Wir konnten sämtliche Frequenzblöcke ersteigern, die wir für unseren weiteren Netzausbau benötigen.” Damit schaffe man eine wesentliche Grundlage für die Steigerung des Umsatzes aus mobilem Datenverkehr.

E-Plus: Spektrum paßt zur Herausforderstrategie

Die E-Plus Gruppe konnte zwar keine Frequenzen im 800-MHz-Spektrum heimsen, schließt sich der positiven Stimmung an. Im Zuge der Auktion wurden unter anderem zwei Blöcke im 1,8-GHz-Bereich und vier im 2,6 GHz-Spektrum ersteigert. Insgesamt hat sich das verfügbare Spektrum der E-Plus Gruppe damit verdoppelt.

“Das zusätzliche Spektrum paßt sehr gut zu unserer Herausforderstrategie”, so Thorsten Dirks, Vorstandschef bei E-Plus. “Wir werden die Steigerung der Reichweite, der Kapazität und der Geschwindigkeit unseres Netzes beschleunigt fortsetzen und damit eine echte mobile Alternative zum Breitbandfestnetz schaffen.”

E-Plus fordert Wettbewerbsgleichheit

Doch so ganz uneingeschränkt möchte man sich bei E-Plus scheinbar doch nicht freuen. An der grundsätzlichen Wettbewerbsproblematik im deutschen Mobilfunk habe der Ausgang der Auktion nichts geändert, heißt es von Seiten E-Plus. Die Bundesnetzagetur sei jetzt in der Pflicht umgehend für Chancengleichheit zu sorgen. Offensichtlich ist man sich bei E-Plus sehr wohl über die Konsequenzen der Auktion im Klaren: Während der Wettbewerb vielerorts ein weitmaschiges LTE-Netz aufbauen kann, ist das für die E-Plus Gruppe aufgrund der fehlenden 800-MHz-Frequenzen nicht möglich.

Popularity: 1%

Kategorie: Allgemein, Mobilfunk Tags: , , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Weitersagen

Ein Kommentar zu "Mobilfunk – Frequenzauktion beendet"

Kommentar abgeben

Beitrag absenden

© 6594 MEPROXSOFT – go for IT. Alle Rechte vorbehalten. XHTML / CSS Valid.