Zugegeben, selbst für eingefleischte Blackberry Fans dürften die neuesten Schlagzeilen des ehemals so stolzen Smartphone Pioniers RIM ein Dämpfer im Gemüt sein. Die jüngste Negativmeldung: Das neue Betriebssystem wird nicht nur nicht BBX, sondern Blackberry 10 heißen, sondern verspätet sich auch deutlich. RIM teilt mit, daß Blackberry 10 erst Ende 2012 auf den Markt kommen werde.
Dies gab der RIM Co CEO Mike Lazaridis bei Bekanntgabe der Quartalszahlen erklärt, die ebenfalls alles andere als rosige Zeiten versprechen. Der Grund für die Verspätung von Blackberry 10 sei, daß man für geplante Blackberry Modelle “hochkomplexe Chips” benötige, die erst Mitte 2012 lieferbar sein werden, wie die Financial Times Deutschland (FTD) meldet.
Ursprünglich sollte das nächste Betriebssystem von RIM BBX heißen. Doch einen Markenrechtsstreit verloren die Kanadier, sodaß sie sich gezwungen sahen, den Namen kurzfristig in Blackberry 10 abzuändern. Das wurde bereits zu Beginn der Blackberry DevCon Asia Anfang Dezember bekannt. Das neue Betriebssystem soll RIM wieder neue Impulse verleihen und verlorene Kunden, die sich Apples iOS oder Googles Android Plattform zugewendet hatten, wieder zurückgewinnen.
Eine Rückgewinnung bereits verlorener Kunden hat RIM auch dringend nötig, denn die jüngsten Quartalszahlen sehen alles andere als berauschend aus. RIM mußte einen Gewinnrückgang von 71 Prozent im abgelaufenen Quartal hinnehmen. Insgesamt konnte RIM jedoch einen Gewinn in Höhe von 265 Millionen Dollar verbuchen. Der Umsatz lag bei 5,169 Milliarden Dollar (ein Minus von 6 Prozent).
Bleibt zu hoffen, daß RIM die Kurve noch kriegt und einen möglichst langen Atem haben wird. Der Smartphone Markt ist ein nach wie vor wachsender Markt. Generell hat ein alter Platzhirsch wie RIM durchaus Chancen. Doch der Druck wächst. Die E-Mail Push Dienste, mit denen RIM groß wurde und noch einen Großteil des Brotes verdient, geraten zunehmend in die Kritik. Einerseits sind die nicht mehr so unverwüstlich, wie sie mal galten, andererseits ermöglichen die Mitbewerber ebenfalls Push-Dienste und das ohne monatliche Kosten. Blackberrys können zwar mit einem Bruchteil des Datenvolumens anderer Hersteller kommunizieren, doch dem Kunden wird das in Zeiten von Datenflats im Mobilfunkvertrag zunehmend egal. RIM muß dringend eine frische Idee liefern, zusammen mit gewohnt hervorragender Hardware, um Fuß gegen iOS, Android und Windows Phone zu fassen. Andernfalls könnte RIM ein ähnliches Schicksal drohen wie seinerzeit Palm, welches von HP übernommen wurde.
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