Android erfreut sich neben iOS zunehmender Beliebtheit. Ähnlich wie beim iPhone-Betriebssystem von Apple steht für das Android-Betriebssystem ebenfalls ein App Store zur Verfügung. Doch neben schier unerschöpflichen Potential lauert hier auch eine große Gefahr, die zunehmend wächst. Von den ca. 48.000 verfügbaren Apps im Android-Marktplatz greifen rund 20 Prozent der Apps auf sensible Daten der Nutzer zu. Dies geht aus einer Studie der Sicherheitsfirma SMobile Systems hervor, wie derStandard berichtet.
Doch alleine der Zugriff einer App auf private Daten des Nutzers bedeutet nicht zwangsweise, daß dies einen Spionagehintergrund hat. Alternative Programme für SMS oder E-Mail – Dienste müssen auf diese Datenbestände gezwungenermaßen zugreifen, um den Dienst zu erfüllen. Doch noch erschreckender als das potenteille Ausspionieren der Anwender ist die Tatsache, daß einige Programme dem Anwender hohe Umkosten bereiten können, da diese, wie die Studie zeigt, in der Lage sind, Anrufe in beliebiger Form und zu beliebiger Zielrufnummer zu tätigen. Stolze 5 Prozent der gesammten Anzahl an Programmen verfügt über die Telefonfunktion. 2 Prozent der analysierten Apps können auch ohne Zutun des Anwenders beliebig SMS versenden.
Zunehmendes Gefahrenpotential
Wen all das noch nicht aufschrecken läßt, für den hält die Studie noch mehr bereit. Es existieren nämlich sehr wohl Schadprogramme im Android Marktplatz, die die Kommunikationsfunktionen mißbrauchen. Nach Aussage von Dan Hoffman, CTO von SMobile Systems würden Android-Anwender zunehmend mit Spyware konfrontiert: “Es gibt bekannte Spyware-Apps im Android-Marktplatz. Das ist ein wachsendes Problem”, so Hoffman gegenüber dem Branchenportal Cnet. Besonders erschwert wird dies durch den Umstand, daß der Anwender nicht erkennen kann, ob die geladene App gute oder schlechte Absichten hat und ob sie von einem vertrauenswürdigen Hersteller stammt. Zahlreiche App-Entwickler und Anbieter nutzen Pseudonyme oder bleiben vollständig anonym.
Unzureichende Schutzfunktion
Zwar wird in den Nutzungsbedingungen vor der Installation einer App aufgelistet, welche Dienste die App beansprucht, um jedoch vor Spyware oder anderer Spionagesoftware geschützt zu sein, existiert von Haus aus keine Schutzfunktion. Zwar bieten Sicherheitsfirmen hier entsprechende Sicherheitssoftware an, doch bleibt allgemein nur die Empfehlung, Programme von Herstellern zu laden, die seriöse Angaben über sich selbst hinterlegen. Ein Blick auf die Bewertung einer App durch andere Anwender kann zwar etwas Gewißheit geben, ist jedoch kein Garant für ein seriöses Programm.
Apple macht es anders bzw. besser
Apple hat selbst die Schirmherrschaft über den eigenen App Store. Jede App, die im App Store angeboten wird, muß sich einer Prüfung durch Apple unterziehen. Dazu zählt eine entsprechende Dokumentation und auch bei Softwareupdates muß alles entsprechend mitdokumentiert und erneut geprüft werden. Das mag auf den ersten Blick umständlich und kompliziert klingen. Bei einem Blick über den Tellerrand zum Android-Marktplatz erscheint dies jedoch schnell sinnvoll. Dank der Prüfung von Apple hat man einen Garant für spionagefreie Apps. Die Prüfkriterien von Apple sind konservativ und streng. Das mag einerseits für Unmut bei so manchem Entwickler hervorrufen, schafft jedoch auf der anderen Seite Vertrauen beim Anwender, denn wer weiß, daß die App von Apple geprüft ist und sauber ist.
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